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Die Band Steinschlag findet seit 20 Jahren regelmäßig Beachtung durch die Regionalpresse – die Jubiläumskonzerte locken sogar angesehene Kulturredakteurinnen „hinter dem Ofen hervor“. Das Jubiläums-Ereignis am 1. September 2007 im Lindenpark allerdings soll dem Vernehmen nach alles Bisherige in den Schatten stellen …

Potsdam am Sonntag, 26. August 2007
Gefragt! Der PamS-Fragebogen: Heute mit Hans-Jürgen Deponte
Im Rock ’n’ Roll ist alles möglich
Der Szenenbildner und Eventdesigner hat unseren PamS-Fragebogen ausgefüllt und verspricht Ernstes, Irres und Verrücktes

Zur Person: Hans-Jürgen Deponte. Potsdamer Designer mit Leib und Seele.

Sonntags ist Platz für die schönen Dinge. Was bringt Ihnen dieser Sonntag?
In meinem Atelier hält ein Freund für Freunde einen pseudowissenschaftlichen Vortrag: „Engel – Alltag im Paradies!“

Was ist Potsdam für Sie?
Meine Heimatstadt – im Guten wie im Bösen.

Wo sehen Sie sich in einem und wo in zehn Jahren?
Immer wieder im europäischen Ausland und dann sofort wieder in Potsdam.

Was hat Sie in dieser Woche begeistert?
Meine Arbeit als Eventdesigner für ein Schultütenfest im „Spargelhof Klaistow“.

Was hat Sie in dieser Woche geärgert?
Die Arbeiten am „Stadtkanal“ gehen nicht voran. Unsere „Kellertorbrücke“ steht immer noch auf Sand. Ich engagiere mich im Förderverein für die Wiederherstellung des Stadtkanals und auch deshalb ärgert es mich, dass sich hier seit Monaten nichts tut.

Wenn am 1. September die Potsdamer Band Steinschlag ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum im Lindenpark feiert, zeichnen Sie für eine besondere Ausstattung des Saales verantwortlich. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Ich bin seit vielen Jahren Fan der Band. Und so entsteht unter Freunden eben auch eine Zusammenarbeit. Sie haben mich gefragt – und ich begleite sie gern.

Sie sind Szenenbildner für Film- und Fernsehproduktionen und Eventdesigner. Was ist das Besondere an der Arbeit für eine Band – noch dazu mit so einer langen Geschichte? Was wird die Konzertbesucher visuell erwarten, können Sie schon etwas verraten?
Ernstes, Irres, Verrücktes, Konträres und ganz viel mehr. Im Ernst: Das Gute an so einer Aufgabe ist, dass man alle Freiheiten hat. Ich konnte Außergewöhnliches ausprobieren und wir wollen aus einem besonderen Ereignis auch ein besonderes Erlebnis machen. Da ist alles möglich – ohne zu viel verraten zu wollen – ich glaube kaum, dass dort im Lindenpark schon mal ein Elchkopf im Goldrahmen hing … Aber im Rock’n’Roll ist alles möglich.

Märkische Allgemeine Zeitung, 3. September 2007
Den Peter Pan getanzt
20 Jahre Steinschlag im Lindenpark

Sebastian Scholze
Etwas war ganz deutlich anders im Lindenpark, der in seinen Jahren schon viel gesehen hat. So eine Dekoration war zumindest lange nicht dabei, deuteten doch eine Statue der Venus von Milo, ein Humphrey-Bogart-Gemälde, eine umgebaute Bühne und mehr oder weniger bekleidete Schaufensterpuppen auf eine wilde und fantasievolle Mischung aus Festsaal und Peepshow hin. Aber hey – it’s only Rock ’n’ Roll, but I like it. Steinschlag, vor 20 Jahren als Potsdamer Rolling-Stones-Coverband gegründet, hatte den Song ihrer Vorbilder als Motto für den Abend ihres Jubiläums ausgegeben. Und wie gesagt: Es war nur Rock ’n’ Roll, aber man mochte es.
In der familiären Atmosphäre alter Weggenossen und Mitmusiker wurde gefeiert. Tische fürs bequeme Sitzen, eigens für das Jubiläum bedruckte Becher zum Mitnehmen, Sekt und auf dem Silbertablett gereichte Häppchen – man hatte sich etwas einfallen lassen. Oder war das Ganze nur Ausdruck einer in die Jahre kommenden Band?
Moderator Andreas Klisch jedenfalls versprach, dass es für Stunde keine Pause geben würde. Und als Sänger Detlef Gottschling im Shirt mit der bekannten Zunge erstmals für das Auditorium den Jagger rausholte, mochte man daran glauben. Das rotzig-trotzig Jungenhafte steht ihm, wenn er, die Gesten des Rolling-Stones-Boss imitierend, die Arme in die Seite stützt – ein Peter Pan, der nicht erwachsen werden will und gegen die Zeit antanzt.
Es dauerte einige Momente, ehe die Besucher warm wurden. Bei „Don’t stop“ gab erste zaghafte Versuche, mitzuwippen. „Warum wir uns damals gegründet haben?“, fragte Gottschling ins Publikum. „Weil uns damals alles nicht genug war, nicht gereicht hat.“ Eine elegante Überleitung zum Hit „(I can’t get no) Satisfaction“. Und diesen Riff kennt nun wirklich jeder, selbst wenn er das natürliche Durchschnittsalter des Abends von geschätzten 47 Jahren drückte.
Stilgerecht den Union Jack am Mikroständer, legten Steinschlag mit „Start me up“ nach. Tatsächlich war vor der Bühne noch immer so viel Raum, das Gitarrist Michael „Schuppi“ Schupke problemlos den Saal zur Hälfte durcheilen konnte. Die allgemeine Scheu wurde erst überwunden, als „Honky Tonk Woman“ erklang.

1997
Oktober 1997: Potsdam, Gutenberg 100 – als die Gutenberg 100 noch in der Gutenbergstraße 100 war. Die Bude war rappelvoll, zweimal kam die Polizei – wie früher 😉 – und forderte die deutliche Reduzierung der Lautstärke. Ein offenbar Humor und Rock ’n‘ Roll verächtender Mitbürger hatte die Hüter des Gesetzes vor seinen Karren gespannt. Bis nachts halb drei ging das Spiel …

1989
Rückblende zum Jahreswechsel 1988/1989 im Ural: Auf dem Foto sind leider nur noch vier Musiker zu sehen – als der Artikel erschien, war Schlagzeuger Kössi schon in Hamburg „verloren gegangen“. Das reichte damals, ihn vom Presse-Foto verbannen zu müssen. Er hat es nie übel genommen und ist nach der Maueröffnung wieder in die Band eingestiegen.
1999
Wo entstehen eigentlich solche Pressefotos? Ganz einfach: Auf dem Dachboden des alten Casinos in den Potsdamer Pappelallee-Kasernen, wo auch heute noch die Fachhochschule ist. Der Club rappelte sich 1999 mächtig, hatte immer Live-Musik im Angebot. Garderobe und Backstage-Bereich war der Dachboden. Steinschlag hier mit Martin Thiel, Gote, Kössi, Winne, Schuppi und Fossi (v.l.)
2000
2000, Potsdam, Stones-Event im Waschhaus: Die Urgründer von Steinschlag wieder auf einer Bühne. Henryk Henne Körbs und Detlef Gote Gottschling. Ein Video sollte entstehen – darauf warten Musikergäste wie Peter Schmidt (East Blues Experience), Andreas Otto (Orions), Ralf Benschu (Keimzeit) und Andy Büsser (Big Beat Boys) heute noch …
2002
15 Jahre Steinschlag: 2002 im Lindenpark. Der Saal war voll, draußen standen sie an wie in alten Zeiten. Sogar Radio Eins hat getrailert – und alle haben mitgeträllert.
2005
Fontaneklub Brandenburg an der Havel: Klein – aber fein und immer gut für eine richtige Rock ’n‘ Roll-Session nach Feierabend.
luckenwalde
Tanzpalast Luckenwalde – heißt inzwischen anders. War Jahre lang eine gute Adresse, einmal das ganze Repertoire von kanpp 60 Titeln voll durchzuspielen. Der Grund: Start der Mugge gegen 22 Uhr und dann Marathon mit kurzen Pausen bis früh um 3 Uhr.

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